E-Plus und die Kooperation mit den Chinesen
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Nach Zögern nun die Tests
E-Plus zeigte sich in der Vergangenheit zurückhaltend, wenn es darum ging, mobiles Internet via Long-Term-Evolution (LTE) einzuführen. Eine schnelle Einführung des Standards schien nicht auf das Interesse des Mobilfunkanbieters zu stoßen. Damit schloss sich E-Plus im wesentlichen den Herstellern der Endgeräte an, die eher schleppend neue Modelle auf den Markt bringen, die LTE-fähig sind. Seit dem ersten Quartal des Jahres hat sich dies bei E-Plus allerdings geändert. Erste Feldversuche werden bereits ausgeführt.
Die Frequenzen sind ein Problem
Ganz einfach wird es bei E-Plus allerdings nicht. Bei der Versteigerung der Frequenzen schnitt der Anbieter relativ schlecht ab. Er ersteigerte fast keine 800 Mhz-Frequenzen, die sich nun die Konkurrenz teilen. Auch bei den 2,6 GHz-Bändern zeigte sich der Anbieter wenig erfolgreich. Dafür wurde der größte Anteil der 2,1 und 1,8 GHz-Bänder ersteigert. Diese Frequenzen konnten vom Anbieter recht günstig ersteigert werden.
Die Ressourcen sind für den Mobilfunkanbieter durch diesen Umstand recht beschränkt. Derzeit wird sowohl TDD-LTE wie auch FDD-LTE getestet, doch der Trend geht eindeutig zu TDD-LTE.
Bei FDD-LTE werden jeweils eine Frequenz zum Senden und eine Frequenz zum Empfangen verwendet. TDD-LTE sendet und empfängt auf einer einzigen Frequenz. Die Signale werden versetzt verarbeitet. Der Vorteil hieraus ist, dass die Ressourcen effizienter und schonender eingesetzt werden.
China Mobile hat die Erfahrung
Die von E-Plus ersteigerten Frequenzen bieten recht begrenzte Möglichkeiten. Deshalb stellt TDD-LTE eine Alternative im Ausbau des Netzes dar. Auch wenn vom Anbieter derzeit beide Systeme getestet werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das ressourcensparende System bevorzugt wird. Ein Indiz hierfür ist nicht nur die Begrenztheit der Möglichkeiten. Der Anbieter ging eine Kooperation mit China Mobile, ZTE und Huawei ein. China Mobile bietet mobiles Internet bereits erfolgreich mit dem ressourcenschonenden System an. Innerhalb seine Tätigkeitsfelds ist der chinesische Anbieter Marktführer. Das Know-how des Anbieters ist groß und kann sich – wenn das System eingesetzt werden soll – als Pluspunkt für den deutschen Anbieter herausstellen. Mit anderen Techniken hat China Mobile wesentlich weniger Erfahrung, weshalb die Kooperation bereits darauf hindeutet, dass das deutsche Unternehmen eher auf TDD-LTE setzen wird. Damit könnte E-Plus der einzige Anbieter in Deutschland sein, der mobiles Internet mit dieser Technik anbietet.
Die Endgeräte für den Standard wird dann voraussichtlich ZTE liefern. Das chinesische Unternehmen hat mit diesem Standard ebenfalls Erfahrung und kann die Geräte in kurzer Zeit liefern. Huawei wird voraussichtlich eine weitere wichtige Funktion erfüllen. Die Aufgabe des fernöstlichen Unternehmens wird sich auf die Lieferung von Software beschränken. Im Mittelpunkt steht der Kundensupport. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auch die Software für die Abrechnungssysteme zur Verfügung.
Die endgültige Einführung steht noch nicht fest
Zu welchem Preis mobiles Internet mittels LTE von E-Plus angeboten wird, ist noch nicht bekannt. Die Tarife sind allerdings die Voraussetzung für die Markteinführung. Bedingt durch die günstige Ersteigerung der Frequenzen dürfte sich für die Kunden ein Kostenvorteil ergeben.
Doch nicht nur für die Kunden für mobiles Internet via LTE ergibt sich durch die Kooperation ein Vorteil. Durch das Vorgehen haben die chinesischen Unternehmen eine Möglichkeit auf den deutschen Markt vorzustoßen. Eine Möglichkeit, die von Fernost bisher noch nicht in vollem Umfang genutzt werden konnte. Damit ergibt sich für alle Beteiligten ein Vorteil, der den Markt in Zukunft nachhaltig beeinflussen könnte.

